Logo_DADüsseldorfs erster säkularer Kunstpreis – der DA! Art-Award – wird im Zwei-Jahres-Turnus zu einem jeweils wechselnden Thema vom Düsseldorfer Aufklärungsdienst ausgelobt. Er will Künstlerinnen und Künstler inspirieren, sich kritisch mit Religion und Irrationalismus auseinanderzusetzen. Vor zwei Jahren lautete das Thema »Wirkt nicht über den Placebo-Effekt hinaus …«. Mehr als 600 Bewerbungen gingen ein. 60 Werke wurden nominiert und vier Preise im Gesamtwert von 7.000 € vergeben. Nun ist es wieder soweit. Diesmal geht es um die »Macht des Mythos« und um Preisgelder, die wir dank Sponsoren auf insgesamt 10.000 € erhöhen konnten. Vergeben werden sie in drei Kategorien – plus Publikumspreis.

Themenimpuls

Wir werden in eine Welt der Zeichen, Symbole und der Bedeutungen geboren. Diese strukturieren unsere Erfahrungen. Sie sind unser Zugang zur Welt. Eine sehr spezielle Verdichtung all dieser Elemente erfolgt im Mythos. Der meint so viel wie Legende, Mär oder – in seiner originären Lesart – Erzählung. Diese Erzählungen begegnen uns in vielgestaltiger Form. Ihnen allen gemein ist, dass sie Deutungshoheit über Welt und Weltereignisse beanspruchen. Und sie ihr vermeintliches Wissen wirkmächtig durch blumige Narrative vermitteln – nicht durch überprüfbare Fakten. Sinnstiftung qua Glauben heißt hier die oberste Direktive – ein Bollwerk gegen Rationalität und Aufklärung …

Grußwort von Schirmherr Mark Benecke

Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke, (c) Foto: Jara Reker
Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke
(c) Foto: Jara Reker

Eine gute Geschichte ist unschlagbar. Wenn der tote Papst Johannes Paul II. wegen seines sich nicht zersetzten Blutes schneller heiliggesprochen wird, prüft niemand, ob nicht jedes Blut in einem luftdichten Beutel oder Röhrchen mit Bluterhaltungsmittel sich nicht zersetzt. Dass Gottes Liebe mächtiger als Fäulnis ist und dem Tod so ein Schnippchen schlägt, ist aber einfach cooler als chemische Tatsachen. Vor allem, wenn jemand diesen nun bewiesen mächtigen Gott gut findet und an seinen Honigtropfen saugen darf. Dass die Grundannahme nicht stimmt, spielt naturgemäß keine Rolle.

Während des Covid-19-Irrsinns untersuchten wir in unserem Labor massenhaft angebliche Lebewesen im Patient:innen-Blut, in deren Nasenschleim und auf Test-Stäbchen. Auf den Stäbchen (zum Beispiel) waren es Textil-Fasern – unter dem Mikroskop deutlich zu erkennen. Diese bewegten sich wegen der Abstoßungskräfte tatsächlich manchmal ein wenig hin und her. Die Auftraggeber:innen blieben dabei, dass hier etwas nicht stimmen konnte …

Warum ein Kunstpreis?

Wir denken, dass Kunst (neben Wissenschaft und Philosophie) eine essenzielle Facette menschlicher Schöpferkraft ist, dass sie Sinn stiftend und auf poetischer Ebene inspirierend und aufklärend zu wirken vermag. Sicher, unsere Themenstellung – »Die Macht des Mythos« – ist eine Herausforderung. Umso gespannter sind wir auf die Ergebnisse …

Teilnahmebedingungen in aller Kürze

Die Ausschreibung richtet sich an Künstlerinnen und Künstler, die in der Bundesrepublik leben und arbeiten. Zugelassen sind Arbeiten aus den nachstehend genannten Kategorien, die sich explizit mit dem annoncierten Thema »Die Macht des Mythos« beschäftigen. In jeder Kategorie wird jeweils ein Preis vergeben. Hinzu kommt der Publikumspreis. Künstlerinnen und Künstler können sich mit einer Arbeit bewerben.

Kategorie 1:
Malerei, Grafik und Zeichnung
Preisgeld: 3.000,– €
Kategorie 2:
Plastik, Skulptur und Installation
Preisgeld: 3.000,– €
Kategorie 3:
Fotografie und Medienkunst
Preisgeld: 3.000,– €
Publikumspreis Preisgeld:  1.000,– €

Bewerbungsschluss

Sonntag, 24.07.2022

Ausstellungsort und -dauer

Stadtmuseum Düsseldorf
Berger Allee 2, 40213 Düsseldorf
Di. 06.09. bis So. 25.09.2022